Montag, 11. April 2011

Ritterlich für Arme.

Liebes Fräulein,

Ich dächt', dass ich mich sehn' nach dir, doch stießest du mich vor die Tür, ein schreckliches Befinden. Drum muss ich es bewinden, dir den Kopfe abzureißen, ihn aufzuessen, auszuscheißen, einen Köter aufzutragen, ein weit'res Häufchen draufzudarmen. 
Ich liebe Dich, oder auch nicht? Bin ich es nun Leid, du holde Maid, das Int'resse als Mätresse, Duldung zu gewähren. Sphären, die ich nicht mehr aushalte, dir die Kleider vom Leib reiße, gelüster, mehr und mehr in dein Ohr flüster: „ Socken, Socken, Socken, meine neuen trocknen, deine großen Füße, meine Süße."
So wendet sich das Blatt des Glückes, auch wenn es manchmal ganz schön tückisch, ist mir nun egal, ich zahl bar. Deine Gunst, die du erweist, war meine einst. Alleinsein heißt freisein, ich liebte stets mich, dich wenn ich dann ins Dunkle schlich, bin meinersteits ganz wesentlich. Alleinsein heißt kleinsein, denke ich und blicke auf die große Welt, deren Innerstes zusammenfällt. Zum Schluss, einen kleinen Abschiedskuss und den Genuss, dass ich zu der Erkenntnis käm', dass Alleinsein nur Alleinsein bedeute, ich hier nur seltsamen Quatsch erläutre und letztendlich in den Hintergrund trät'.

Mit ehrvollen Grüßen,
dein Liebhaber.



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Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?
Bin weder Fräulein, weder schön,
Kann ungeleitet nach Hause gehn.
Goethes "Faust"  
Faust spricht Gretchen an.

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