Sonntag, 26. August 2012

Monster.


Ein feuchter Atem im meinem Nacken.
Zunge, Zähne, weit're Zacken,
Berühren mich.

Berühre dich!
Nun auch  dieses leise Tacken,
Angst um einen anzupacken.

Ich bin doch christlich,
Dennoch Christ ich
habe dir zu beichten.

Fang nun an umher zu schleichen.
dennoch fraglich,
wenn dann frag' Ich -

Dass ich nicht auf frommste Weisen
lebte, es gibt auch and're Seiten!
Wie soll deine Strafe heißen?

Darf ich dir den Hals zerbeißen,
an dem Körper weiter gleiten,
deinen Torso dann ausweiden?

Welcher Gott würd' das gutheissen,
Mich, den Sünder, zu verspeisen?!
Lass mein Messer in dich gleiten.

Spüre jetzt das kalte Eisen,
mein schwaches Herz in zwei zu teilen.
Es wird wohl nie verheilen.






Älteres Gedicht von mir.

Sonntagswirrwarr.

Guten Morgen Nils, denke ich, während das starke prasseln des Regens mich sanft weckt. Solche Tage sind mir die liebsten. Grauer Himmel, trübe Gedanken und ein Hauch von Unlust. Dieser Hauch weht immer durchs Fenster, wenn ich rauche. Rauchen ist morgens eigentlich ekelhaft, aber irgendwie fuckt es nicht noch mehr ab, als die voraussichtliche Planung des Tages, die immer in meinem Kopf rumschwirrt- oder auch wirrt? Hier unterm Dach bin ich alleine, oder auch nicht, aber ich fühle mich alleine, wenn ich nach draußen schaue. Diese Menschen, dieses Volk der versklavten Seelen, ihre Gedanken vorgegeben weiterdenkend durch die schmalen Straßen huschend, sterbend. Ich schaue von hier oben herunter, ziemlich arrogant, denke ich, denn ich mache es doch nicht besser. Bestenfalls schlechter- verzweifelter Wirrwarr meines Kopfes entspringend, so bunt wie Toilettenpapier. Ich wickel es um meinem Hals, über meine Lippen, Augen und Ohren. Jetzt bin ich schlimmstenfalls besser- hoffnungslose Erinnerungen prägen mein Bewusstsein. Was auch sonst? Was bleibt mir auch sonst, außer Erinnerungen, Erfahrungen, durchzogen von Erscheinung und Täuschung. Ich sacke zusammen, knie auf dem Boden. Gebt mir doch bitte Antworten. Sichere Worte. - Es ist Sonntag, vielleicht auch Montag. Nein, ich bin mir sicher, es ist Montag.









Alkohol ist ´ne komische Sache:
Wenn man traurig ist trinkt man, um zu vergessen. Wenn man glücklich ist, um zu feiern. Und wenn nichts passiert trinkt man, DAMIT etwas passiert!
- Charles Bukowski

Donnerstag, 23. August 2012

Bierdeckelnotizen.

Vorderseite:

Da sitzen und warten... Ein schreckliches Gefühl von gezwungendermaßender Ausgeliefertheit. In der kühlen Luft kann ich die Schwüle vom Nachmittag spüren, die Erinnerung von heute, den Mittag dabei komplett vergessend. Mit der Seele aus den Augen fließen, denke ich. Mit einer Schrotflinte direkt in die Fresse schießen. Der Goa-Schuppen gestern war zu krass, hat mich weggebeamt. Ich schmecke gerne Gefühle, gerne Erinnerungen, auf meiner Haut und rieche Angst, Verzweiflung, Aggressivität mit meinen Ohren. Ich ficke gerne-


Rückseite:

Stell Dir vor einen Text auf die Haut zu tätowieren. Nicht nur sonen Zweizeiler, wie bei Jacky aus dem Osten. Ich will jeder sein, jeder soll ich sein. Dann denke ich nicht mehr so klar, aber bin mir einig. Ich beiße gerne, schreie gerne, hab die Kleine gerne. Es ist so bedenklich, wie wir jetzt leben, es fühlt sich aber so gut an. Gefühle zu fühlen ist wichtig, auch von anderen Menschen, die es verdeint haben. Nicht wie diese Roboteraffen-




Dienstag, 7. August 2012

kalt Träumen.

Es ist kühl. Sommernächte können so wunderbar kühl sein, obwohl es warm ist. Der klare Himmel versteckt sich hinter dem Mond. Er lächelt mich an, ich lächle zurück. Ich träume, er träumt, sie träumt, sie träumen. Die Fenster der Menschen sind dunkel und manche funkeln in die Sommernacht, wie kleine Sterne- doch ich scheine wie der Mond. Träume in Sommernächten sind andere, sie sind ganz besonders. Besonders gerne träume ich absurd. Wie paradox, dass doch gerade im Traum nichts absurd ist. Absurdität gibt es nur in der Realität. Ist Realität absurd? Ich sehne mich doch so nach dem Wahren, nach dem Richtigen, dass das Wahre und das Richtige, unwahr und unrichtig erscheint. Der Mond scheint auch in mich hinein, so wie mein Traum aus mir herausscheint, wie ich als Mond aus dem Fenster. Bin ich nun der Mond, der Traum oder gar Ich? Ich weiß es nicht. Wissen denke ich nur punktuell zu wissen, wenn ich gerade bin. Wann bin ich denn? Ich bin, wenn ich scheine, wie der Mond. Ich bin, wenn ich träume, wie die Sterne. Ich bin, wenn ich Ich bin, wie Ich. Es ist halb vier Uhr morgens. Sollte ich nicht nun träumen? Nein, denke ich. Ich scheine lieber oder bin ich lieber Ich? Jetzt sicherlich nicht. Scheinen ist warm, der Schein wärmt mich. In der kühlen Sommernacht, bin ich nur Ich, wie ich scheine und träume. Du kannst nicht mehr aufwachen, denn du träumst, wie du scheinst, wenn ich Ich bin. Ich rüttel dich, versuche dich zu wecken. Vielleicht wache Ich auf, vielleicht auch du. Ich hoffe, dass wir uns morgen sehen, gegenüber stehen. Denn das ist kein Traum- es ist ein kalter Traum.