Die Lüge des Menschen ist unantastbar, denke ich. Das Leben, mein Leben, ist bei genauerem betrachten eine große Unwahrheit, generiert durch die beschränkte Form unserer Wahrnehmung. Im fantastischen Märchen der Freude ist nichts wichtiger als happiness and fun. Ich wollte mich schon immer selbst verwirklichen, mein Glück finden. Nur wenn man die falschen Annahmen ( nichts mehr als Lügen) für sich selbst als wahr erkennt, folgt eine notwendige Entwicklung in dem großartigen Verfahren des Selbstbetrugs. Ich bin ziemlich geschickt darin mich selbst zu betrügen. Jeder Mensch entwickelt eine gewisse Raffinesse in dieser Hinsicht. Die klugen Menschen lassen andere außen vor. Die noch klügeren benutzen dich und mich als Spielball in der heimtückischen Versuchung. Denk' einfach an Morgen, wenn der Wecker klingelt und du voller Zweifel versuchst dich der Lüge zu entziehen. Es ist unmöglich eine Uhr nicht ticken zu hören. Sie tickt in dir und in mir, immer weiter. Sogar Zeiger aus Blei würden ihre Wucht nicht stoppen. Eine Sekunde wird zu einem Jahrhundert, es gibt gar keine Träume. Wir sind Wesen zweier verschiedener Welten hinter einem Schleier aus blauem Dunst. Sogar ein Regenbogen wäre grau, wie herabregnender Staub, wenn sein Licht durch den dichten Qualm scheinen könnte. Während der graue Staub sich im Morgentau verfangen und von der Schwerkraft beseitigt werden würde, denke ich noch einmal kurz an die Wahrheit. Ich blicke mit mir hinaus auf den Ozean, dessen Wellen die reflektierende Sonne rot-bläulich schimmernd wiederspiegeln.
Samstag, 27. Juli 2013
Samstag, 6. April 2013
Werfickenwillmussfreundlichsein.
Aufstehen. Duschen, kacken, rasieren. Rauchen, Kaffee trinken - ich bin bereit. Eigentlich bin ich das nicht, aber irgendwie wollen alle, dass es so ist, denke ich. Jeden Tag auf der Suche nach der einen - Stillung dieses Triebes, dieser Sucht nach Menschenfleisch und spitzen Zungen, die mir in die Ohren gleiten, das Denken penetrieren. Ich bin außer mir. Ich bin verrückt. Eigentlich will ich nur aufrichtig lieben können, doch dieses unsichtbare Hindernis versperrt mir den Weg.
Reizüberflutung auf dem Bildschirm. Fast platzend vor perfekten Menschen, röstet er meine Synapsen. Ich wünschte mir, ich könnte auch perfekt sein. Perfektion, was ist das schon? Die Lüge, die dich dazu bringt die guten Menschen in deiner Nähe zu vergessen und einem Geist zu folgen, der deinem Geist widerstrebt, dich zerstört.
Mir ist das alles so egal geworden. Ich will diese verfickten Ideale nicht mehr als meine annehmen. Ich will mich verlieben, ohne den Maßstab an einer 24-Stunden 7-Tage die Woche Orgasmusmaschine zu setzen. Und ich will euch auch dazu bewegen.
Dienstag, 2. April 2013
Osternistvorbei.
In sattem grau,
das die Nacht umgibt,
und Dunst in blau,
der nach Zigaretten riecht.
In faulen Früchten,
die mein Glück bestimmen,
und leckende Süchte,
nach Gefühlen klingen.
In Liebeskummer-
ein Menschenfeind.
Der um den letzten Fremden tatsächlich weint.
In deine Augen starrend,
worauf die Zähne klappernd,
aufeinander treffen,
nur auf der Stelle harrend,
Gefühle lallend,
einander nachäffen.
In einer Welt, die keine ist,
vergisst mancher Mensch seinen Platz und Ort.
Indem Glück das Maß des Menschen bricht.
Ich möchte nie mehr von hier fort.
Sonntag, 24. März 2013
Philosophie des bösen Geistes.
Was erwartet man schon bei solch' einem Titel? Etwas Fantastisches? Etwas Bedeutungsvolles? Ich kann nur abgefuckt sein und mich auskotzen. mehr ist da nicht in diesem einen Leben. Rauchen, trinken, unglücklich sein. Zwar sind Leidensformen dieser sogenannten ersten Welt noch halbwegs ertragbar, würde man meinen, aber ich sehe das anders. Ein gefesselter, körperlich freier, Geist ist x mal leidensfähiger als ein gefesselter, körperlich freier, Körper.
Guter Winter dieses Jahr, denke ich. Die Existierenden erfahren das, wovon ich nur träumen kann es in Worte zu fassen. Melancholie- oder auch ganz konkreter Schmerz. Wer weiß eigentlich schon wie man richtig leidet? Ich weiß es nicht, kann aber trotzdem berichten, von nichtigen Erfahrungen.
Ich drehe mich im Kreis mit meinen Worten. Nicht, das ich mir dessen nicht bewusst wär', aber was sonst tun? Aufhören? Das ist doch zu einfach. Ich bleibe und kämpfe mit mir selbst, für einen Traum. Eine Idee, die mich krank macht, ist nichts besseres als ein Parasit.
Freitag, 22. März 2013
Morgentrott.
Die Sonne scheint und ich wache auf. Ein wunderschöner Tag in meiner verebbten Welt, so schön, dass ich es nicht fassen kann. In mir nur Leere. Gefühlsfunken, die im Keim meiner biederen Selbst ersticken. Gerüche, die im blauen Dunst meines kleinen Zimmers verschwinden. Bilder, die im kleinen Kopf des stupiden Durchschnitts erblinden. So fühle ich mich. Ich und Mich, komische Ausdrücke. Denn sie beschreiben eigentlich nichts. Nichts was ein anderer Mensch je erfassen könnte.
Ich drehe mein Graß mehr oder minder gut in eine Tüte. Es ist nichts besonderes, wie ich verfahre. Alltagstauglich, grau. Farblos wie die Nacht, nur nicht so schön. Nichtigkeit würde diesen Prozess gut beschreiben. Langeweile vielleicht auch. Ihr langweilt mich. Alles langweilt mich.
Und dann: Noch mehr davon. Das Desinteresse, dass ich für meine Mitmenschen und die Zukunft dieser empfinde, ist nicht in Worte zu fassen. Mir ist egal, wer mit wem irgendwas hat, hatte oder haben wird. Mir ist das einfach egal, mehr hab' ich für euch nicht übrig. Ihr seid so jämmerlich in eurer Scheinwelt gefangen, dass sogar Ich, der Lächerlichste, nur über euch lachen kann.
Das ist etwas ganz Reales, denke ich. Etwas Einzigartiges. Das Einzigartigste, was es wohl geben konnte, geben kann und jemals geben wird. Und du, Mensch. Du willst es mir verwähren? Ich bin nicht mehr euer Sklave. Meine Gedanken, sind meine Gedanken. Ich bin ich und kein Werbeobjekt zweiter Klasse. Vielleicht sind wir Teil eines wunderbaren Zufalls. Vielleicht sind wir aber auch Teil eines völlig belanglosen Prozesses, indem geordnete Informationen versuchen sich selber zu verstehen. Wo ist da platz für die Unordnung?
Mein Bier ist leer, ich bin fertig.
Dienstag, 19. März 2013
Immernoch da, aber längst verloren.
Der Zahn der Zeit nagt unausweichlich an meiner Seele. Erfahrungen kommen und gehen. Menschen kommen und gehen. Ich komme und gehe. Doch irgendetwas bleibt. Was ist dieses Bleibende? Woher soll ich das verdammt noch mal wissen, denke ich. Nikotin beruhigt.
Komische Welt - einfach hineingeboren, ohne eine Erlaubnis. Warum fragt niemand, ob ich überhaupt leben will. Was ist Leben? Wer sagt mir, wie ich lebe? Verzweiflung in den Gliedern spürbar. Im Kopf ist das schon lange kein Thema mehr, nur noch weiter machen. Immer weiter, nach vorne. Ist das überhaupt die richtige Richtung? Wenn ich mal rückwärts gehen würde, wäre das auch kein Problem. Wen interessiert das schon, wohin ein Mensch geht. Der Mensch. Ich - oder auch nicht.
Interessanter Charakter:
Bei ihm handelt es sich um den Anführer einer kleinen Siedlung namens Woodbury und einen Antagonisten für Rick und seine Gruppe. Seine Erlebnisse und Verluste haben ihn zu einem Monster gemacht, das nach außen eine Fassade aufrecht erhält. Er lässt prinzipiell niemanden mehr aus Woodbury gehen und sammelt abgeschnittene Köpfe in Aquarien. Andere Überlebende sind für ihn nur mögliche Quellen für benötigte Dinge, die er sich mit Gewalt aneignet. Er beginnt eine Beziehung mit Andrea, die keine Ahnung von seinem wahren Ich hat.
Donnerstag, 3. Januar 2013
Viel geschehen - Nichts passiert.
Neues Jahr, neues Glück, Nils. Denke ich mir immer wieder jedes neue Jahr, obwohl es dieses mal etwas anders war. Eigentlich sind es Konventionen die rhythmisch verlaufen. Kaum fährt man nach Hause um seine Liebsten zu sehen, ist schon all' jenes geschehen um einander größtmöglichen Ekels zu werden. Vollgefressen und ausgekotzt auf dem Weg ins neue Jahr. Richtig schön, oder?
Und dann sind da noch Gefühle. Neues Jahr, neues Glück, Nils. Denke ich mir immer wieder jedes neue Jahr, obwohl es dieses mal etwas anders war. Mir persönlich als Mann fällt es oft schwer mich angemessen auszudrücken. Ist so ein Testosteronding, denke ich. Beim Schreiben ist das anders. Da kann man sich Zeit nehmen. Manchmal wünsche ich mir, mich neu erfinden zu können. Mich zu verändern, damit die Welt zufrieden mit mir sein kann. Einfach in der Masse verschwinden, unbedeutend sterben, obwohl man anders hätte können. Gewinnen ist leicht, meine lieben Menschenfreunde. Sich fallen lassen, aufgeben, sterben. Richtig schön, oder?
Und dann sind da noch Freunde. Neues Jahr, neues Glück, Nils. Denke ich mir immer wieder jedes neue Jahr, obwohl es dieses mal etwas anders war. Die Jahre meines Lebens ziehen an mir vorbei, wie kleine Wassertropfen, die sich beim Duschen an meiner Haut vom Kopf aus hinunterperlt. Ebenso perlen meine Freunde an mir ab. Manche halten sich vielleicht länger, aber letztendlich gibt es nur eine Richtung. Auch wenn diese Kraft unsichtbar ist, wirkt sie sich unaufhaltsam auf das Objekt aus. Ich stehe nur daneben und tue nichts. Freunde verlieren, neue gewinnen. Selbstentfremdung, Vereinsamung. Richtig schön, oder?
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